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  SCHEITERT DIE INTEGRATION WIRKLICH NUR AM ISLAM?
   
     
     
  Der 11. September, die nachfolgenden Auseinandersetzungen Amerikas mit Afghanistan und Irak, bis hin zu den jüngsten Ereignissen in Holland rückten den Islam erneut in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Auch die andauernde Integrationsfrage der größten Minderheit in Deutschland verschärfte sich durch Diskussionen, wie die um Zuwanderungsgesetze und einer möglichen Aufnahme der Türkei in die EU.

In beiden Fällen erscheint der Islam als Übeltäter, der zum einen als Instrument für terroristische Machenschaften eingesetzt wird und zum anderen als Hindernis für ein Zusammenleben zwischen Deutschen und Türken steht.

Es soll an dieser Stelle betont werden, dass kein Glaube den Krieg preist oder preisen darf, wie auch der Islam im Einklang mit allen anderen Religionen (und Glaubensgemeinschaften) den Menschen lediglich den Weg für ein gutes und moralisches Leben weist.

Viel zu lange schwiegen die Türken in Deutschland, viel zu lange wehrten sie sich nicht gegen diejenigen, die den Islam für ihre blutigen Machenschaften missbrauchen.

Gemeinsame Demonstrationen wie kürzlich in Köln zeigen, dass die deutsche Bevölkerung durchaus den Unterschied zwischen dem wahren Islam und den so genannten „islamistischen Terroristen“ erkennt. Muslimische Türken versuchen nun die Welt dazu zu bewegen, ihre Religion nicht als eine Drohung aufzufassen und damit den gesamten Islam in das dunkle Licht des Terrors zu rücken. Eine nachlässige Behandlung dieses Reizthemas würde unweigerlich zu einer daran Verschlechterung des deutsch-türkischen Verhältnisses führen, da das Misstrauen gegenüber dem Fremden sich durch das via Medien verbreitete Image eines islamisch geprägten Feindbildes noch steigern kann.

Die im Ausland lebenden Türken müssen in dieser krisenhaften Zeit die Mission übernehmen, der christlichen Welt die wahre Identität ihrer Religion aufzuzeigen und die en masse vorhandenen Parallelen zwischen der Bibel und dem Koran zu präsentieren.

Ein weiteres beliebtes Thema der letzten Monate drehte sich um die gescheiterte Integration
und das Vorhandensein von Parallelgesellschaften. Die in Günzburg organisierten Podiums-diskussionen bewiesen, dass das deutsch-türkische Verhältnis immer noch von Vorurteilen gekennzeichnet ist und leider auf beiden Seiten die nötige Bereitschaft fehlt, um den Anderen kennen zu lernen.

Zweifelsohne stellt die sprachliche Barriere das größte Hindernis zur Verständigung dar, doch die Probleme in Schulen und das Vorhandensein einer Trennung selbst zwischen Jugendlichen verdeutlicht, dass dies keineswegs der alleinige Grund sein kann. Natürlich schränkt die Existenz von Parallelgesellschaften das Wesen der Integration ein, aber die vollständige Beseitigung dieser scheint utopisch. Dafür ist die nationale Verbundenheit der Türken zu groß. Auch kann keiner leugnen, dass gemeinsame Wurzeln, Traditionen, Kultur und Sprache starke Bindungskraft haben und man sich unter Landsleuten vielleicht besser verstanden fühlt. Das muss aber nicht bedeuten, dass dadurch eine deutsch-türkische Freundschaft gefährdet ist und ein gemeinsames Miteinander nahezu unmöglich gemacht wird.

„Die Deutschen wollen uns ja gar nicht kennen lernen“ oder „Ich bin integriert ,aber die Deutschen wollen mich ja trotzdem nicht in ihren Kreis aufnehmen“ könnte vielleicht als Gegenargument auf der türkischen Seite anklingen.

Die Schuld immer bei den anderen zu suchen, kann und darf nicht Sinn der Sache sein. Die Balance zwischen gemeinschaftlichem Sozialleben und privatem Lebensraum, allgemeingültigen Normen und eigener Tradition, wie auch ein gewisses Maß an Toleranz, Akzeptanz des Fremden und Interesse daran,

könnten einen erheblichen Beitrag zum unklar definierten Begriff der Integration leisten.

Wir, der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein MOZAIK in Günzburg versuchen, die türkische Kultur den Deutschen vorzustellen und sie verständlich zu machen. Denn Türkei bedeutet nicht nur Islam! Die türkische Literatur, Musik, Filme, Folklore, Kunst, Küche und alles, was unter dem Begriff Kultur gesammelt werden kann, verrät viel mehr über ein Volk als tausend Worte. Wenn wir unseren deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit all dem bekannt machen, so glauben wir, wird Freundschaft gefördert und werden Ängste abgebaut.

Denn dann erscheint das Fremde gar nicht mehr so fremd, das Weite nicht mehr so weit, wenn man den ersten Schritt wagt, auf den Anderen zuzugehen. In der Isolation beider Seiten liegt das Problem und in der Unkenntnis über den Unbekannten.

Die Integration kann doch nicht nur am Islam scheitern!

     
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